[Review] Bilora 1221-SE

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[Review] Bilora 1221-SE

Beitragvon warranty » Fr 12. Feb 2010, 15:44

Review Bilora 1221-SE

Nach dem mir ein Schaden von gut 40€ an meinem Metz 48 entstanden war, da mein bisheriges Dörr Friend III Stativ zu wacklig ist und die Last von knapp 1,5kg (D60 + Objektiv + Blitz) nicht mehr tragen konnte und einfach umfiel, habe ich mich dazu entschlossen, nun endlich in ein neues Stativ zu investieren, um so etwas in Zukunft zu verhindern.
Ich hatte mir schon einmal beim Händler vor Ort (noch vor dem Blitz-Schaden) ein Carbon Stativ (auch wieder von Dörr) angesehen, letztenendes hatte mich der Preis von rund 200€ für Stativ inkl. Kugelkopf vom Kauf abgehalten.
Am Ende der letzten Woche bin ich im MediaMarkt auf das Bilora 1221-SE gestoßen und war positiv überrascht: 59€ für Stativ und Auto-Kugelgriff?! Das Manfrotto daneben kostete immerhin das 4-fache, nur dafür, dass es aus Carbon und etwas größer war...
Nach einer kurzen Internetrecherche bin ich gleich am nächsten Werktag wieder zum MM und habe es gekauft. ;-)
Ob das Geld für das Bilora sinnvoll investiert ist, möchte ich nun klären.

Übersicht:

1. Technische Daten
2. Produktbilder
3. Erster Eindruck
4. Anwendung und Leistung im Fotografie-Alltag
5. Fazit



Technischen Daten

Name: Bilora 1221-SE (inkl. Auto-Kugelgriff S 1157)
max. Höhe: 143cm
min. Höhe: 36cm
Oberrohr-Durchmesser: 24mm
Gewicht: 1440g
max. Belastbarkeit: 3kg
Material: Aluminium
Gewinde: 3/4" und 3/8"

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Produktbilder
(zum Vergrößern auf Bild klicken. Das letzte Bild ist ein "onmouseover".)








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Erster Eindruck

Wie in der Anleitung schon angedeutet, hatte mich der Preis des Dreibein-Statives von 59€ neugierig gemacht: "59€? Das muss ich mir doch genauer ansehen..."

Aber fangen wir beim Auspacken zu Hause an: Die Verpackung verrät erst bei genauerem Hinsehen den eigentlichen Namen des Statives, vorne steht nur groß "Bilora Jubiläums Edition limitiert". Limitiert ist hier auch der richtige Ausdruck, denn nicht einmal auf der offiziellen Homepage ist das 1221-SE gelistet.
Das Stativ wird in einer eigenen, schwarzen Tasche geliefert und ist auch sonst ordentlich verpackt. Eine Bedienungsanleitung oder Ähnliches liegt nicht bei.

Der Auto-Kugelgriff S 1157 ist schon angeschraubt und es kann sofort los gehen.
Die jeweils 2 Beinauszüge werden mit Schnellklemmen stufenlos fixiert. Die schwarzen Schaumstoffummantelungen , die etwa 3/4 der oberen drei Beine bedeckt verleiht dem Stativ einen hochwertigen Eindruck, während die dünsten Glieder wie (fast) immer etwas zu dünn wirken und auch bei leichtem touchieren zu vibrieren beginnen.
Die Plastik-Füßchen sind angeschraubt und durch drehen kommt ein spitzes Ende zum Vorschein, welche bei weichen Untergründen (z.B.: Rasen) für Halt sorgen sollen. Die drehbaren Köpfe sorgen für ein 2-stufiges Verstellen der Spreizung der Beine. Dabei sind die 2 Stufen extrem unterschiedlich: während die erste für das Erreichen der relativ geringen, maximalen Höhe von 143cm gedacht ist, wird bei der zweiten Stufe eine gute Bodennähe erreicht (20cm zwischen Boden und der Oberkante der zentralen Verbindungseinheit).
Daraus lässt sich der Hauptverwendungzweck des Biloras ableiten: Makrofotografie.
Dieser Eindruck wird durch das zweite Gewinde an der Unterseite des Hauptrohrs verstärkt, da somit die Kamera per Kugelgriff auch Kopfüber montiert werden und somit praktisch ohne Abstand zum Boden gearbeitet werden kann. Die Mittelsäule ist zerschraubbar in zwei Teile und somit entfernbar.

Das Hauptrohr bietet gleich 2 Möglichkeiten zum fxieren: Eine Schraube an der zentralen Verbindungseinheit und das Drehen am unteren Ende des Rohrs. Der Sinn und Zweck dieser Doppelfixierung erschließt sich mir auf den ersten Blick nicht wirklich.

Der Kugelgriff wird durch drücken und wieder lösen des Pistolengriff in seiner Position verändert und somit auch gleich wieder fixiert. Der Griff kann in alle Richtungen um ca. 30° geneigt werden und zur rechten Seite um 90° (Hochformat).
Auf der Oberseite des Griffs befindet sich eine kleine, runde Wasserwaage zum horizontalen Ausrichten.
Die Schnellspann-Platte lässt sich nach dem Entriegeln über den Schalter an der Seite frei drehen.

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Anwendung und Leistung im Fotografie-Alltag

Das Geiwcht ist mit den 1440g trotz Aluminium gut zu tragen, so dass auch bei längeren Foto-Exkursionen das Stativ nicht zur Last wird. Dies wird aber nur möglich, da die max. Höhe schon bei 1,43m erreicht ist, was ein Fotografieren auf Augenhöhe ohne sich zu bücken für die Meisten unmöglich macht. Wie gesagt, liegt die Stärke des Stativs eher bei der Makrofotografie.

Die verschraubten Gummifüße sind zwar geschickt, da man auf jedem Untergrund Halt findet, jedoch lösen sich diese Schrauben auch relativ leicht (nicht von alleine aber bei ungeschickter Berührung), was einen optimalen Stand verhindert und beim Einziehen der Teleskopfüße besondere Achtung fordert, da man sich sonst evtl. bei hochgeschraubten Gummifuß die metallene Spitze in die Hand rammt.

Die Fixierung der Teleskopfüße ist hingegen meiner Meinung nach sehr ordentlich gelungen, schließlich lassen sie sich ohne großen Kraftauwand öffnen und schließen, machen dabei einen deutlichen Klack-Laut und schließen sich wieder zuverlässig, ohne dass man Angst haben muss, dass sie sich bei Belastung von selbst öffnen.
Auf Grund der fehlenden Verbindung zwischen einer nach unten verlängerten Mittelsäule und den Teleskopfüßen schwingen die realtv dünnen Füße bei Berührung recht frei, was bei starkem Wind oder vorbeilaufenden Menschen zu verwackelten Bildern führen kann. Die Schaumstoffverkleidung an den obersten Gliedern verbessern das Handling, da sie die Griffdicke erhöhen und vom meist kalten Aluminium trennen.

Der Sinn der doppelten Fixierung der Mittelsäule erschließt sich mir auch nach mehrmaligen Versuchen nicht, wahrscheinlich nur, da eine alleine nicht stabil genug wäre.

Das System der drehbaren Verschlüsse am oberen Ende der Teleskopfüße ist nett anzuschauen, scheint auch gut verarbeitet zu sein und gibt einem die Gewissheit, die gleiche Neigung an allen drei Beinen eingestellt zu haben, doch ein auf 2 Stufen verstellbare Spannweite der Füße, wofür jedes mal die Füße zuerst etwas zusammengeklappt, dann alle Schrauben gedreht und dann wieder auseinander gezogen werden müssen, überzeugt mich nicht 100%ig.

Das Highlight des Bilor 1221-SE ist meiner Meinung nach der mitgelieferte Autokugelgriff 1157, der zwar aus recht viel eher billig anmutendem Plastik besteht aber ansonsten einen sehr guten Dienst leistet. So lässt sich die Position der Kamera stufenlos und nahezu milimetergenau ändern und nach dem Loslassen des Griffs gut fixieren (ein Weiterdrehen nach Fixierung ist zwar möglich, macht aber bei der von mir verwendeten Maximallast von knapp ein einhalb Kilogramm keine Probleme). Während dem Gedrückt-Halten des Griffs in der Hochformatstellung lässt sich der obere Teil des Griffs im Vergleich zum unteren drehen, was das Umstellen zwischen Neigen für das Hochformat und dem extremen nach hinten oder vorne Neigen ermöglicht. Mit Hilfe der Wasserwaage lässt sich der Griff jederzeit wieder horizontal ausrichten.

Die Idee, die Kamera kopfüber an der unteren Seite der Mittelsäule zu montieren kommt der Makrofotografie zu Gute, doch erweisen sich in der Praxis die nur 2 stufig verstellbare Spannweite der Beine und die geringe höhe bei maximaler Spreizung als eher untauglich heraus. Diese Idee ist meines Erachtens eher etwas für spezielle Studioaufnahmen mit viel Zeit zum Justieren, denn komfortabel ist diese Lösung nicht besonders, denn entweder sind die Füße im Weg oder die Kamera schon zu dicht am Boden.

Durch ein Schalter an der Seite des Kugelgriffs lässt sich die Arretierung der Kameraplatte lösen und danach um 360° drehen. Ungünstig ist hierbei, dass die Platte in der eigtl. normalen Position die Libelle teilweise verdeckt.
Das Gegenstück, welches mit der Kamera verschraubt wird hat eine Oberseite aus versiegeltem Kork und wird auf der Unterseite mit einer Schraube, die Leider mit einem wackeligem Plastikring zu drehen ist - fixiert.

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Fazit

Das Stativ vereint viele gute Ideen zu einem geringen Preis. Jedoch verhärtet sich bei mir der Eindruck, dass manche Funktionen wie die gestufte Spreizung der Beine, der Platte am Kugelgriff oder Arretierung der Mittelsäule nicht konsequent zu Ende gedacht wurden. Hingegen sind Kugelgriff, Gewicht und größtenteils auch der optische Eindruck sehr positiv zu werten.
Bild

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Re: [Review] Bilora 1221-SE

Beitragvon Olli Kaos » Fr 11. Jun 2010, 07:36

Bilora ist immer eine gute Wahl, ich habe anfang des Jahres das Cullmann Nanomaxx 260 geholt, welches die gleiche Bauweise wie das Bilora 1221-SE aufweist. Leider war das Cullmann ohne Kugelkopf, welche ich schon immer toll fand ;-). Dank deiner Rezession bin ich nun auf diesen Bilora Kugelkopf für 20,50 € gestoßen und werde zuschlagen.

Vielen Dank für die Rezession Warranty, du hast mir mal wieder geholfen ;-)

Gruß Olli
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