[Review] Metz 48-1 digital

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[Review] Metz 48-1 digital

Beitragvon warranty » Mi 23. Dez 2009, 16:45

Review: Metz mecablitz 48-1 digital (für Nikon)


Ich habe mir den Metz 48 nach Anraten von Olli auch zugelegt. Wie gut der Metz seinen Dienst verrichtet, möchte ich im Folgenden aufzeigen.

Übersicht:

1. Technische Daten
2. Produktbilder
3. Erster Eindruck
4. Anwendung und Leistung im Fotografie-Alltag
5. Fazit
6. Allgemeine Begriffe erklärt




Technischen Daten

(Quellen: Metz / Bedienungsanleitung / eigene Messungen mit * gekennzeichnet)

Name: Metz mecablitz 48-1 digital / Nikon (für Nikon & Fujifilm)
Leitzahl: 48 (ISO 100 und 105mm) | 35 (ISO 100 und 50mm)
Farbtemperatur: 5600K
Blitzbetriebsarten: verschiedene TTL, mehrere i-TTL und manuell, jeweils als Slave
Manuelle Teillichtleistung: 1/1 bis 1/128
min / max. Blitzfolgezeit: 0,1 Sekunden (bei geringster Blitzleistung) / 3,5 Sekunden (bei voller Blitzleistung)
max. Blitzanzahl mit:
    Alkali-Batterien (1,5V): 210
    Lithium-Batterien (1,5V): 460
    NiMH-Akkus (1,2V | 1600mAh): 250
    eigene Werte folgen
Schwenkbereich des Reflektorkopfes:
    vertikal: -7° bis 90°
    horizontal im Uhrzeigersinn: 30° bis 120°
    horizontal gegen Uhrzeigersinn: 30° bis 180°
max. Ausleuchtung: 24mm (KB) / 18mm (KB) mit der integr. Weitwinkelstreuscheibe
Abmaße in mm (BxHxT): 71x137x99
Gewicht*: 341g (ohne Batterien) | 436g (mit Batterien)
Lieferumfang: Blitzgerät mit integrierter Weitwinkelstreuscheibe und Reflektorkarte sowie Bedienungsanleitung

Verhältnis von Blitzleuchtdauer und Leitzahl zur Blitzleistung:
Bild

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Produktbilder

(Klick aufs Bild für größere Ansicht)


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Erster Eindruck

Der Metz macht auf den ersten Blick einen schlichten und aufgeräumten Eindruck.
Das matt-schwarze Plastik wirkt weder zu billig noch teuer. Der "Press"-Knopf an der Seite zum entriegeln des Hauptreflektors hat leider keinen präzisen Druckpunkt und rastet auch nur bei der Normalstellung wieder ein.
Jedoch gibt es beim vertikalen neigen bei 45, 60, 75 und 90° einen Knackpunkt, also an den Stellen, die auch auf der Rückseite angezeichnet sind. Beim horizontalen Drehen gibt es alle 30° eine einrastende Stufe (also bei 30°, 60°, 90°,...). Meiner Meinung nach, lässt sich der Hauptreflektor leichter und angenehmer in horzontaler Richtung drehen als in vertikaler Richtung neigen.

Reflektorkarte und Weitwinkelstreuscheibe lassen sich an der Vorderseite des Hauptreflektors durch Herausziehen einzeln oder parallel verweden.
Beim Benutzen der Weitwinelstreuscheibe wird der Blitzes durch den internen Zoom-Motor auf die 24mm-Stellung gebracht.

Das LC-Display auf der Rückseite ist mit ca. 40x20mm relativ klein, muss aber auf Grund der übersichtlichen und reduzierten Menüführung auch nicht größer sein.
Darunter liegt der "Mode"-Taste, die Tasten "+" und "-", die Taste zum manuellen Auslösen des Blitzes und der AN-/Ausschalter.
Die Blitztaste leuchtet grün sobald die Kondensatoren aufgeladen und somit blitzbereit sind.
Bei einer korrekt beleuchteten Aufnahme leuchtet die "+"-Taste nach dem Auslösen für knapp 5 Sekunden lang rot auf (nur im i-TTL-Modus).

Das Batteriefach an der Seite lässt sich leider nicht ganz so komfortabel mit einem leichten drücken oder ziehen schließen, es ist etwas etwas Fingerspitzengefühl gefragt, auch damit der Verschluss hoffentlich möglichst lange mitmacht.
Der Remote-Sensor für das kabellose Auslösen liegt direkt darunter. Auf der gegenüberliegenden Seite befindet sich der mini-USB-Anschluss zum aktualisieren der Firmware.
Auf der Vorderseite liegt der rot-ummantelte AF-Messblitz.

Eine einfache Rändelmutter und ein durch Festdrehen der Mutter sich herausschiebender Stift dienen zur Befestigung des Metz auf dem Blitzschuh.
Die Kontakte auf der Unterseite beinhalten den klassischen Mittelkontakt plus 3 weitere (für Nikon- und Fujifilmkameras spzeifisch angeordnete) Kontakte zur Übertragung der i-TTL-Daten.

Jemand, der viel Wert auf augenscheinlich hochwertige Verarbeitung legt, dem wird wohl z.B. ein Nikon SB-900 besser gefallen, da hier die Verriegelung mit dem Blitzschuh durch einen Drehknopf eleganter geregelt ist, die Verarbeitung evtl. etwas hochwertiger wirkt, die Ausstattung üppiger ist.
Wenn man aber den aktuellen Preisunterschied zwischen dem Metz 48 und dem Nikon SB-900 von ungefähr 180€ (Dez. 2009) berücksichtigt, dann schneidet der Metz meiner Meinung immer noch sehr gut ab (Eiegentlich müsste man von den technischen Daten her den Metz 48 mit dem SB-800 vergleichen, da der SB-800 aber kaum noch verfügbar ist, ziehe ich diesen Vergleich vor).

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Anwendung und Leistung im Fotografie-Alltag

Der erste Versuch war wie immer sehr spontan und ohne große Vorbereitung. Dementsprechend hätten die ersten Bilder mit dem Metz 48 schlecht ausfallen müssen, doch der i-TTL Modus scheint Idiotensicher und absolut kompatibel zur Nikon D60 zu sein. Die Bilder wurden knackscharf, immer korrekt belichtet und Reflexionen oder Schatten waren erstaunlich gering. Dabei herrschte absolute Dunkelheit im Testraum und das verwendete Tamron 90mm Makro ist eigentlich nicht für eine gute Treffsicherheit bei Dunkelheit bekannt.
Dies liegt wohl daran, dass der Blitz eine eigene AF-Messblitzsteuerung hat und die auch sehr zuverlässig funktioniert.
Die Blitzfolge von 10 Stück pro Sekunde bei geringster Blitzleistung (1/128) ist tatsächlich möglich, übersteigt aber die Serienbildfunktion der meisten DSLRs. Bei voller Blitzleistung (1/1) benötigen die Kondensatoren schon mal 3 bis 4 Sekunden, bis sie wieder aufgeladen sind.

Die Weitwinkelstreuscheibe bewirkt tatsächlich eine messbare bessere Ausleuchtung.
Hierzu habe ich eine kleine Versuchsreihe gestartet: Die D60 zusammen mit dem Ultraweitwinkelobjektiv Sigma 10-20 fotografierte die Wand unseres Hobbyraumes. Dabei war kein anderes Licht als dass, des Blitzes vorhanden.
Die Einstellungen waren immer wie folgt: Brennweite: 10mm | Verschlusszeit: 1/200 Sek | Blende: F/7,1 | Empfindlichkeit: ISO 200 | Blitz im i-TTL-Modus (nachträgliche Tests im manuellen Modus ergaben 1/32 der max. Blitzleistung).
Da Bilder bekanntlich mehr als tausend Worte sagen, möchte ich euch hier die unbearbeiteten (nur verkleinert) Testbilder zur Verfügung stellen:

Natürlich ist auch das Foto mit Weitwinkelstreuscheibe nicht ohne Abschattungen, schließlich ist sie nur für bis zu 18mm und nicht 10mm Weitwinkel gedacht, zum aufzeigen des Unterschiedes ist die Brennweite von 10mm aber besser geeignet.

Wenn nur die Reflektorkarte zum Einsatz kommen soll, muss zuerst die Weitwinkelstreuscheibe zusammen mit der Reflektorkarte herausgeholt werden und die WW-Streuscheibe einzeln zurück gesteckt werden.
Wenn zuerst nur die Reflektorkarte benutzt wurde und nun nur die WW-Scheibe zum Einsatz kommen soll, dann muss diese zuerst zurückgeschoben werden, dann Karte und Scheibe zusammen herausgeholt werden und dann die Karte wieder zurückgesteckt werden. Dies ist etwas umständlich und hätte aus meiner Sicht besser gelöst werden können.

Wenn der Blitz zusammen mit einem kabellosen Blitzauslöser mit Mittelkontakt benutzt wird, so funktioniert auch die Standby-Funktion nicht mehr richtig, denn laut Werkseinstellung müsste der Blitz nach 10 Minuten in den Standby-Modus wechseln, wenn für 10min weder der Blitz ausgelöst wurde noch der Kamerauslöser getippt wurde oder das Kamerabelichtungssystem ausgeschaltet war. Beim Fernauslösen über den Mittelkontakt scheinen dem Metz 48 verständlicherweise die letzten beiden Informationen zu fehlen und wechselt deshalb in den Standby-Modus.
Bei längeren Shootings kann das jedoch sehr nervig werden, da der Blitz immer nach 10min durch drücken einer Taste wieder aktiviert werden muss, da er sonst nicht mehr blitzt.
Abhilfe schafft hier das deaktivieren des Standby-Modus durch mehrmaliges, gleichzeitiges drücken der beiden Select-Tasten, bis das Uhr-Symbol Bild blinkt und dann durch zweimaliges drücken der "-"-Taste auf OFF stellt.

Die korrekte Belichtung im i-TTL-Modus hat mich auch im weiteren Gebrauch überzeugt, ich habe keine Aufnahme gefunden, die deutlich unter oder überbelichtet gewesen wäre, selbst beim indirekten blitzen, wo z.B. eine Prüfung von der Entfernung zum Motiv durch den Blitz nicht mehr stattfinden kann (Vorhandensein von geeigneten, reflektorartigen Oberfläche vorausgesetzt).

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Fazit

Zwar hatte ich bisher nicht viel Erfahrung mit anderen externen Blitzen (außer einem kurzen Test von einem SB-600 zusammen mit einer Nikon D80), doch war ich positiv überrascht vom Metz 48.
Zwar ist die Verarbeitung teilweise nicht ganz so hochwertig wie bei der SB-Reihe von Nikon, es gibt ein zwei Verbesserungsvorschläge meinerseits, doch die i-TTL-Steuerung funktioniert trotz dem, dass Metz ein Fremdhersteller ist, einwandfrei und das ist wohl einer der wichtigsten Kriterien.

Bild

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Allgemeine Begriffe erklärt:


Leitzahl:
Messzahl für die Lichtleistung des Blitzes. Je höher die Zahl, umso stärker der Blitz. Die Leitzahl (kurz: LZ) berechnet sich aus dem Produkt von Blende und Abstand (zwischen Blitz und Motiv), bei der das Motiv korrekt und vollständig ausgeleuchtet sein muss.

indirekt Blitzen:
Der Hauptreflektor wird so geschwenkt, dass der Großteil der Lichtmenge nicht direkt sondern indirekt über reflektortaugliche Flächen (z.B. weiße Wände, spezielle Faltreflektoren,...) auf das Motiv gelangt.
Damit werden vom Motiv geworfene Schatten und Glanzlichter auf glatten Oberflächen reduziert.

Reflektorkarte:
Dieses weiße Stück Karton oder Plastik an der oben Kante des Hauptreflektors sorgt dafür, dass beim indirekten Blitzen ein (kleiner) Teil des Lichts auch direkt auf das Motiv fällt.
Dies erzeugt z.B. gewollte Glanzlichter in den Augen des Models.

Weitwinelstreuscheibe:
Eine halbdurchsichtige Plastikscheibe mit vielen kleinen Prismen auf der zum Hauptreflektor hingewandten Seite. Diese sorgen dafür, dass das Licht noch weiter gestreut wird, was vor allem bei sehr weitwinkligen Aufnahmen wichtig ist, da es sonst dunkle Bildränder gäbe.

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Re: [Review] Metz 48-1 digital

Beitragvon Olli Kaos » So 3. Jan 2010, 18:52

Auch hier ein Danke für das geniale Review. Die Produktfotos und die Fotos zur Demonstration der Weitwinkelstreuscheibe sind echt klasse. Die ausführliche Erklärung bedarf meiner Meinung nach keiner Ergänzung. Ebenfalls bestätigen kann ich, dass das Batteriefach wirklich nicht so einfach zu bedienen ist. Es geht nicht sonderlich leicht auf und ebenso nicht ganz so leicht zu ;-) Dennoch kann ich den Blitz nur empfehlen.

Gruß Olli
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