Grundsatzdiskussion EBV oder nicht?!

Photoshop, Gimp, RAW, Farbmanagement, PC, MAC,...

Grundsatzdiskussion EBV oder nicht?!

Beitragvon Olli Kaos » So 3. Jan 2010, 19:02

Um mal eine Grundsatzdiskussion ins Rollen zu bringen, frage ich euch was Ihr von EBV also Bildbearbeitung via. Photoshop etc. haltet.

Wann benutzt Ihr es? Benutzt Ihr es nur um Farbe, Kontrast, Weißabgleich o. ä. anzuwenden oder betreibt Ihr richtig retusche.

Ich fang auch gleich mal an.

Ich benutz die Bildbearbeitung recht häufig. Nicht nur um Farbe und Kontrast anzupassen, sondern auch selektive Weichzeichnung und komplette Kompositionen um eine einzigartige Stimmung zu schaffen. Ich denke einfach das ich so aus einem Foto welches ich mit Hilfe der Kamera mache, ein einzigartiges Kunstwerk, welches meine Marke trägt erschaffen kann. Von daher gebe ich auch offen zu, wenn mich jemand darauf anspricht ob ich die Bilder nachträglich bearbeite, das ich EBV betreibe.

Aber ich meine ohne EBV geht es ja heute auch nicht mehr. Wenn wir kleinlich sind, ist schon das Bild welches wir machen, durch Kamerainterne Einstellung elektronisch nachbearbeitet. :lol3:

Wie sieht es also bei euch aus?

Gruß Olli
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Re: Grundsatzdiskussion EBV oder nicht?!

Beitragvon warranty » Mo 4. Jan 2010, 14:20

Diese Frage stelle ich mir auch immer wieder selbst...
Man könnte auf der einen Seite sagen, dass man mit der EBV ja nur versucht, sein eigenes Unvermögen zu vertuschen.
Aber meine Meinung nach kann ein Foto nur vernünftig bearbeitet werden, wenn auch das Ausgangsmaterial gut ist.
Von daher ist ein gewisses fotografisches Verständnis sowie die Kreativität während dem Fotografieren Pflicht.
Natürlich darf das jeder handhaben wie er will, wir sind nicht mehr im Barock, in dem die Künste genau festgelegt sind und im Prinzip alles erlernt werden kann.
Und wenn jemand Erfolg mit seinen Bildern hat, dann gibt das ihm ja Recht, egal wie viel EBV in seinen Bildern steckt.

Wer vollkommen auf EBV (Elektronische Bild Verarbeitung) verzichten möchte, der müsste auch wieder zum analogen Filmmaterial greifen, denn schließlich bearbeitet jede digitale Kamera die Bilder schon vor dem abspeichern, auch wenn die Einstellungen an der Kamera noch so neutral sind.

Für mich gehört das Nachbearbeiten per Photoshop als fester Bestandteil zur Fotografie dazu, denn hier kann man den Bildern eine persönliche Note verleihen (wie Olli es schon sagte), der Kreativität freien Lauf lassen, evtl. Bildfehler (die es beim realen Motiv gar nicht gab) beheben und störende Bildelemente reduzieren oder entfernen (die sich beim Fotografieren einfach nicht beheben ließen).

Von daher ist meiner Meinung nach bei der EBV alles erlaubt, hauptsache dem Publikum gefällt es.
Und da kommen wir an den Punkt, warum es diese Diskussion überhaupt gibt: Geschmäcker sind verschieden und manche mögen bestimmte Arten der EBV eben nicht.
Teileweise kann ich das auch nachvollziehen. Wenn ich mir z.B. die Titelseiten der Fernsehzeitschriften ansehe, dann finde ich die Models (und seien sie noch so berühmt) total unattraktiv, denn sie sehen für mich alle gleich aus.
Die Haare wehen nach hinten, sie haben möglichst wenig an, weit aufgerissen Augen, total Weichgezeichnete Gesichter, sämtliche Falten, Unreinheiten und Makel wurden entfernt und meistens ist die Aufnahmeposition sowie der Bildausschnit immer der gleiche.
Ich finde das total langweilig, in der Zwischenzeit schaue ich gar nicht mehr hin.
Und ein weiterer negativer Aspekt: sämtliche Frauen wollen genauso sein wie die "perfekten" Models und werden dabei meistens undglücklich, weil es schlicht unmöglich ist, so auszusehen, schließlich sehen die Models selbst nicht mal so aus.
Und was habe ich davon, wenn ich niemanden mehr unterscheiden kann und scheinbar keiner mehr eine Persönlichkeit hat, nur weil alle diesen retuschierten Models nacheifern?
Das heißt jetzt nicht, dass ich gegen Beauty-Retusche bin, ich mache das auch, jedoch sollte man es so halten, dass Persönlichkeitsmerkmale der Models erkennbar bleiben.
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Re: Grundsatzdiskussion EBV oder nicht?!

Beitragvon pewag » Fr 26. Mär 2010, 11:04

Ich sehe es eigentlich ganz genau so wie ihr beiden.
Ich bearbeite fast jedes Foto mit Photoshop.
Zwar hauptsächlich in Sachen Kontrast, Sättigung und Schärfe, aber auch immer
wieder mal um unliebsame Dinge im Bild wegzustempeln oder um weich zu zeichnen.
Richtige Montagen mache ich eigentlich so gut wie keine, dazu hat mir bisher immer die Zeit gefehlt
und die Erfahrung sowieso.

Im Fotoclub in dem ich Mitglied bin steht ab Montag das Thema "Bearbeitung Lightroom" auf dem Programm.
Ich habe mir das Programm zwar zugelegt, jedoch bisher noch keinen Handgriff damit gemacht.

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Re: Grundsatzdiskussion EBV oder nicht?!

Beitragvon Deniz » Mo 29. Mär 2010, 10:43

Ich weiß, dass das nicht jedermanns Sache ist, aber ohne EBV wären solche Bilder nicht möglich. Gerade im Bereich HDR, DRi und Tonempapping ergeben sich Möglichkeiten Bildern eher etwas realistisches zu geben, denn die Kamera kann einfach nicht das was das menschliche Auge kann. Und einem Bild jenseits von den oben genannten Methoden noch ein wenig Schärfe und Kontrast einzuhauchen ist ja wohl sowieso in Ordnung. Vor allem Lustig finde ich die EBV Kritiker und Skeptiker, die sich dann hinstellen und SW-Bilder zeigen, die verdächtige Blau- oder Braunstiche aufweisen.

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